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Wir reparieren Ihren Planeten!

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Ju
Das dreckige Spiel
22.06.2017 13:02

Ein Kommentar

Franz-Josef Strauss würde jubelnd bis an die Decke springen, wenn er heute noch leben würde. Was hat er sich anstrengen müssen, um seine Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf der Bevölkerung schmackhaft zu machen. Er musste unwahre Behauptungen aufstellen, indem er die Gefährlichkeit einer WAA mit der Gefährlichkeit einer Fahrradspeichenfabrik gleichsetzte, Kinder und Rentner als gewaltbereite Autonome diskreditieren, mit tausenden Polizisten massive Gewalt anwenden und - Gott sei Dank - einen derben Misserfolg für sich und seine Atomlobby verbuchen. Sie wurde nicht gebaut.

Die heutige Politik hat ganz andere und viel wirksamere Methoden entwickelt, um u.a. Leute, die sich um den Erhalt unserer Lebensgrundlagen sorgen, nachhaltig mundtot zu machen. Ein kleines Beispiel aus Augsburg: Man zimmert sich mithilfe des Stadtjugendrings ein Festival, bis hier kann man daran nichts verwerfliches erkennen. Schließlich lebt eine Stadt auch von den Angeboten, die man der nächsten Generation bietet. Dann lässt man es an wechselnden Standorten stattfinden, was an sich auch nachvollziehbar ist, da man ein Festival in einer Großstadt nicht an allen Standorten installieren kann, zumal die Besucherzahlen über die Jahre stetig bis auf 30.000 in 2016/17 angewachsen sind.

Und nun kommt der interessante Teil, nämlich die Frage, wie man Umweltschützer mundtot macht. Das ist ganz einfach. Man nimmt den - umwelttechnisch gesehen - sensibelsten Ort der Stadt, der vorher von der Stadt selbst zu einem schützenswerten Landschaftsschutzgebiet deklariert wurde, welches obendrein inmitten von mehreren Wohnvierteln mit einigen tausend Anwohnern bevölkert ist. Jetzt installiert man, obwohl es eigentlich genügend Alternativen im Stadtgebiet geben würde, genau dieses Festival in diesem Landschaftsschutzgebiet, wo automatisch viele Konflikte entstehen müssen. Natürlich gibt Herr Gribl sich ahnungslos und versucht, als großer Gönner der Jugend aufzutreten.

Und weil Herr Gribl, Herr Erben, Frau Weber, Herr Schenck und Herr Jeske behaupten, dass der Park der beste Ort ist, muss das stimmen, denn wenn man die Aussagen von Politikern und Wesens- verwandten völlig unkritisch übernimmt, können die mit einem(r) machen, was auch immer sie wollen. Wenn sich dann sowohl Anwohner als auch Naturschützer zu Wort melden, sind die alle total böse, denn sie wollen den Jugendlichen das Feiern und somit Ihre (von oben verordnete) Kultur verbieten. Doch die wollen einfach nur in Frieden leben und haben in Wirklichkeit auch nichts gegen Festivals. Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte, heißt es immer so schön, doch wer freut sich nun?

Sind es die Betreiber der Kongresshalle, die nun ein weiteres Event auf ihrer Liste haben werden? Sind es die Betreiber der umliegenden Lokalitäten, die mit dem Modular-Fest Unsummen verdienen? Sind es die Planer der Tiefgarage, die schon sabbernd und jauchzend in den Startlöchern stehen? Sind es die Immobilienhaie der Stadt, die den Park schon brüderlich unter sich aufgeteilt haben? Sind es die Brauerei, Stadtwerke und Stadtsparkasse, die auf viele neue Kunden hoffen dürften? Oder ist es Herr Gribl, der für eine ganze junge Generation zu einer Art Superheld geworden ist?

Ich freue mich jedenfalls nicht darüber, dass der Oberbürgermeister den Frieden abgeschafft hat!

Markus Frowein

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