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Der Saubär des Jahres 2017:

Das Modular Festival

So wie im letzten Jahr schon, ist das Modular-Festival auch heuer wieder der Saubär des Jahres. Warum? Allein die erneute Auswahl des Standorts im Landschaftsschutzgebiet Wittelsbacher Park war für die Nominierung ein Kriterium. Hinzu kamen diverse Ordnungswidrigkeiten und Straftaten, die ich in der folgenden Dokumentation zusammenstellte und mit den entsprechenden §§§ versah.

Die Lügen

Herr Gribl ist auf der unmoralischen Leiter schon so weit aufgestiegen, dass er selbst nicht mehr lügen muss. Er lässt lügen, und zwar den grünen Umweltreferenten Reiner Erben, der mir schrieb, "... dass 2017 letztmalig das Modularfestival im Wittelsbacher Park stattfinden wird, blablabla ...". Auch in verschiedenen Medien wurde 2016 noch kommuniziert (u.a. von Helmut Jesske, dem Lü... äh Geschäftsführer des Stadtjugendrings), daß das Festival 2018 umziehen wird. Diese Aussagen werte ich als Beruhigungspille, denn die Berichterstattung hat sich in diesem Jahr um fast 180° gewendet. Obwohl ja angeblich klar war, dass im Landschaftsschutzgebiet Wittelsbacher Park 2017 das Festival letztmalig stattfinden wird, zieht man den Park in der Berichterstattung wieder in Betracht. Sogar eine Umfrage wurde von der Augsburger Allgemeinen in Szene gesetzt, um diesem perfiden Spiel um eine unserer letzten grünen Lungen von Augsburg einen demokratischen Anstrich zu geben.

Die Lüge von Herrn Jesske aus der AZ:

Die Umfrage:

Hier die Lüge von Herrn Erben in ausführlicher Form:

Der Standort

Laut § 3 der Verordnung der Stadt Augsburg über das Landschaftsschutzgebiet Wittelsbacher Park heißt es: "Zweck des Landschaftsschutzes ist es, den Erholungswert für die Bevölkerung zu erhalten und den freien Zugang zu gewährleisten;". Große Teile des Parks waren für eine Woche gesperrt und der Zustand der Grünflächen hat mehrere Wochen lang nicht wirklich zur Erholung eingeladen. Übrigens: In diesem Jahr hat sich der Flächenverbrauch gegen 2016 um etwa einen Hektar erhöht. In Abs. 2 heißt es dann: "Im Landschaftsschutzgebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuss zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten oder diese Folgen mit Sicherheit erwarten lassen, insbesondere, wenn diese Veränderungen dem in Abs. 1 genannten Schutzzweck zuwiderlaufen." Demzufolge hätte die zuständige Behörde wegen der -erwartbaren- Schäden (Bodenverdichtung, Vermüllung, etc.), die ein Festival solcher Größenordnung mit sich bringt, das Modular dort gar nicht genehmigen dürfen. Obendrein wären eigentlich ("Eigentlich" ist mein Lieblingswort) noch ein paar Bußgelder fällig, nicht nur für diejenigen, die die Natur schädigen (Geldbuße bis 50.000 €) und gegen die Auflagen der Behörden verstoßen (auch 50.000 €), sondern auch für jene, welche die Genehmigungen erteilten. Die Behördenvertreter tun so, als wenn sie ihre eigenen Verordnungen nicht mehr kennen würden.

Selbst bei den "umweltfreundlichen" Fahrradständern wurde jegliches Grün platt gemacht:

Das Bier

Bier trinken kann jeder, so viel er will und so viel er schafft, da habe ich überhaupt nichts dagegen. Wer allerding nach dem Austrinken seine Flasche mutwillig in der Gegend herumschmeißt, ist asozial, nicht nur, weil diese Flasche einem Flaschensammler geholfen hätte, sein Einkommen aufzubessern, sondern weil die Kosten, die durch illegale Entsorgung entstehen, zulasten der Allgemeinheit gehen. Außerdem begeht derjenige, der -nicht nur- seine Scherben überall verteilt, eine Ordnungswidrigkeit nach § 69 Kreislaufwirtschaftsgesetz, in dem steht: "Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 28 Absatz 1 Satz 1 Abfälle zur Beseitigung behandelt, lagert oder ablagert", in Absatz 3: "Die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 kann mit einer Geldbuße bis zu hunderttausend Euro ... geahndet werden." Und so sah es im Umkreis von etwa 1 Km um das Modular überall aus:

Beim Vorglühen auf dem Weg zum Festival war die Flasche schon zu schwer:

Hier noch ein paar Ordnungswidrigkeiten von vielen tausend beim Modular-Festival:

Die Aufkleber

Das Kleben von Aufklebern im öffentlichen Raum stellt den Tatbestand der Sachbeschädigung dar. In § 303 Strafgesetzbuch heißt es dazu: "(1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert. (3) Der Versuch ist strafbar." Ich weiß auch nicht so genau, was es bringen soll, jede Stelle mit Aufklebern vollzupappen. Ich bin mir sicher, dass Aufkleber, auf denen beispielsweise "NZS BXN" steht, nicht bewirken, dass es weniger Nazis gibt, vielmehr ist der Kleber meiner Ansicht nach ein Nazi, der mit seinem Plastikmüll die Menschheit schneller ausrotten möchte. Zudem finde ich es äußerst bedenklich, wenn Organisationen, die sich für sauberes Trinkwasser auf der ganzen Welt einsetzen, Plastikaufkleber verteilen (lassen), die dann dafür sorgen können, dass die Umwelt mit Plastik kontaminiert wird. U.a. war Viva con Agua übrigens auch auf dem Modular.

Dieser Aufkleber klebte nach dem Festival an der Gögginger Brücke:

Und so sieht die übrige "Aufklebersituation" im und um den Park herum seit dem Festival aus:

Die Kippenstummel

Laut Artikel 57 Absatz 2 Satz 2 (a) des Bayerischen Naturschutzgesetzes "Kann mit einer Geldbuße bis zu fünfundzwandzigtausend Euro belegt werden, wer ... Grundstücke verunreinigt ..." Ein einziger Zigarettenstummel, der länger herumliegt, verseucht durch Auswaschung etwa 40 Liter Wasser mit Arsen, Cadmium und vielen anderen hochgiftigen Stoffen. Am 27.06., über eine Woche nach Ende des Festivals wollte ich eigentlich nur mal eben im Park die Reste des Mülls aufsammeln, damit keine Tiere den Müll fressen und die Umwelt auch nicht anderweitig zu Schaden kommt. Doch als ich über die Wiesen ging, war ich schockiert über das Ausmaß der Vermüllung. Ich fing sofort darauf an und brauchte viele Stunden, um etwa 4000 Kippenstummel und einiges andere aus den Wiesen zu lesen:

Am 04.07. habe ich noch einmal einige Stunden angegriffen. Ergebnis: Ca. 4000 Kippenstummel:

Ich gehe mal davon aus, dass der Müll einfach liegen geblieben wäre, weil die Leute vom Modular Faulpelze sind, die keine Lust haben, sich zu bücken, um den Dreck, den sie selbst verursacht haben, wieder aufzuräumen. Stattdessen räumt der AWS den Saubären das Kinderzimmer auf, aber nur den groben Dreck, der Kleinmüll, der oft besonders giftig ist, bleibt dann für immer liegen. Noch immer liegen im Park Unmengen von Kippen und Kleinmüll und kaum jemand entfernt es endlich. Auch dieses Jahr hat es unzählige Aufforderungen gebraucht, bis eine Hand voll Leute endlich kam und zumindest um den Teich herum einigermaßen sorgfältig aufräumte. Andere Stellen leider nicht so sorgfältig bzw. an vielen Stellen des Parks ist, wie letztes Jahr, gar nicht mehr aufgeräumt worden.

Nach der obigen Aufforderung kamen dann endlich -hier rechts zu sehen- am 05.07. die Aufräumer.

Am 29.07. habe ich den Zipfel zur Gögginger Brücke hin gereinigt. Noch einmal 400 Kippenstummel:

Kleine Rechnung (Stand: 30.07.2017):

4.000 + 4.000 + 400 = 8.400 Kippenstummel (bisher insgesamt von mir aufgelesen) --->

8.400 x 40 = 336.000 Liter verseuchtes Grundwasser durch das Modular oder --->

336 Kubikmeter vergiftetes Grundwasser

+ eine unbestimmte Anzahl Kippen, die die Saubären am 05.07. endlich aufgelesen haben

Aber dort liegt noch viel mehr und jedes Jahr kommt noch mehr dazu, weil: #modularjedesjahr

Übrigens: Dieses Jahr blieben mehr als doppelt so viele Kippenstummel liegen, als im Vorjahr.

Die Tiere

§ 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz): "Es ist verboten, u.a. europäische Vogelarten während Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert ...". Das ist durchaus gegeben.

Eine Liste der toten (plattgetrampelten) Tiere, die ich bisher (nach dem Festival) im Park fand:

Regenwürmer:

Meisenküken:

Mäuse:

Krähenküken:

1

2

1

1

Und hier eine kleine Übersicht über einige der wirklichen Bewohner und Eigentümer des Parks:

Übrigens: Dieses Jahr wurde auch schon gar kein Vogelmonitoring wie im letzten Jahr durchgeführt und an dem Brutkasten, in dem ich letztes Jahr zwei verlassene Meiseneier fand, hat man schon mal vorsorglich die Klappe seit November 2016 ganz weggelassen, damit sich keine Meisen einnisten(?!?):

Letztes Jahr, etwa 2 Wochen nach dem Festival, habe ich auf der Wiese neben der Kongresshalle ein Krähenjunges gesehen, wie es herumhüpfte und von seinen Eltern noch gefüttert werden musste, da es noch nicht fliegen und sich auch selbst noch nicht versorgen konnte. Dieses Jahr fiel offenbar der Nestauszug mit dem Festival zusammen, weshalb dieser Jungvogel keine Überlebenschance hatte:

Der vermeidbare Lärm

Ein Festival ist laut und es kann auch einmal etwas später werden. Jedoch kann man über die Wahl des Standortes schon einmal ganz gut die Lautstärke regulieren. Das Problem diesbezüglich beim Wittelsbacher Park ist, dass dieser eine der höchsten Stellen der Stadt ist, d.h. der Schall kann so ungehindert über weite Entfernungen transportiert werden. Je nachdem, wie der Wind steht, kann dann auch einmal ein Stadtteil betroffen sein, der mehrere Kilometer entfernt liegt. Zudem befindet sich der Park inmitten dreier Wohngebiete, was natürlich zusätzlich für eine gewisse Reibung sorgt. In der WWK-Arena oder auch im Rosenaustadion läge man nicht so exponiert und der Schall kann mehr oder weniger nur nach oben entweichen. Natürlich muss man das auch wollen, doch wenn man, wie ich im letzten Jahr lesen musste, "die Stadt rocken" will, ja dann muss man eben einen Platz auswählen der so hoch wie möglich liegt und dann so laut und so rücksichtslos wie möglich aufdrehen.

(Quelle: Interview Chr. Elwert, Neue Szene Aux)

Wenn man natürlich im Zusammenhang mit der Lautstärke eines Musikfestivals davon spricht, "nicht voll auf die Zwölf zu gehen", so fühlt sich das nicht an, als wenn es um besonders viel Rücksicht oder gar Liebe geht, sondern um einen Boxkampf, bei dem man den Gegner zu Boden bringen will. In diesem Fall halt mit lauter Musik. Doch wer sind die Gegner des Festivalleiters? Meisen? Anwohner? Verfolgungswahn? Drogen? Wir werden es wohl leider nie erfahren. Schade.

Die Bodenverdichtung

Dass es dieses Jahr keine Schlammwüste gab, verdanken wir dem Umstand, dass es nicht regnete.

Zunächst erst einmal ein Bild, das am 25.06., eine Woche nach dem Festival aufgenommen wurde:

Einer der Modular-Verantwortlichen schlug vor, dass ich Mitte August noch einmal die Grünflächen inspiziere, dann würde ich schon feststellen, dass sich die Rasenflächen wieder regenerieren werden. Die Rasenflächen sehen durchaus wieder einigermaßen grün aus, wobei immer noch unzählige Kippen und Kleinmüllteile in allen Modular-Flächen zu finden sind, aber das Unterholz sieht nicht so gut aus.

So sieht unberührtes Unterholz unter Bäumen (im vom Festival abgesperrten Bereich) aus:

Und so sieht es aus, wenn 30.000 Modular-"Umweltschützer" drübertrampeln (rechts Nahaufnahme):

Dass das für die Natur nicht sehr gesund ist, wenn zehntausende Leute im Park rumtrampeln, hat sogar der dumme Markus gemerkt, nur die Schlaumeier vom Modular kapieren das offenbar niemals.

Die Nachhaltigkeit

So wie letztes Jahr, nachdem ich in meiner Berichterstattung die zwei toten Meisenküken erwähnte und danach eine regelrechte Inflation von Artikeln über die Ente Agatha in allen möglichen Medien ausbrach, um damit zu "beweisen", dass das Modular keinerlei Auswirkungen auf die Fauna des Parks hat, ging es diesmal -nicht nur- wegen der Dieselgeneratoren vonstatten. Zunächst begann es ganz harmlos. Ich konnte in der Nacht vom 14. auf 15. Juni nicht einschlafen und ging deswegen noch ein bisschen spazieren. Je näher ich dem Wittelsbacher Park kam, desto lauter war ein dröhnendes Brummen zu vernehmen. Es hörte auch nach einer halben Stunde nicht auf, weshalb ich mich entschloss, einmal nachzuschauen, was genau im Park los war. Als ich dort ankam, traute ich weder meinen Augen, noch meinen Ohren. In allen Ecken des eingezäunten Festivalgeländes waren mobile Dieselgeneratoren aufgestellt, auf denen meterhohe taghelle Strahler montiert waren, die die Bäume und das gesamte Gelände ausstrahlten. Mit einem höllischen Lärm und qualmenden Wolken dunklen Dieseldampfs glich das Szenario eher einer Tunnelbaustelle am St. Gotthard als einem Festival oder gar einem Landschaftsschutzgebiet. Und das ganze nachts um eins inmitten mehrerer Wohngebiete. Ich hatte schon den Gedanken gefasst, selbst durch das ungesicherte Tor zu schlüpfen und die Dinger einfach auf meine Methode abzustellen, doch glücklicherweise kamen bald zwei Securitys, bei denen ich mich wegen der Lautstärke und auch wegen des taghellen Lichts, welches sicherlich die Tiere des Parks störte, beschwerte. Den Generator an der Hangkante stellten sie dann endlich ab.

Am nächsten Tag schrieb ich dann eine EMail an die Verantwortlichen:

Am 19.06., 4 Tage später, bekam ich dann die Antwort:

Weil ich nicht das erste mal belogen wurde, fragte ich dann doch lieber das Ordnungsamt:

Und dabei kam dann heraus, dass diese Dieselgeneratoren mitten in der Nacht völlig unnötig liefen:

Sie sehen, es lohnt sich manchmal, etwas genauer hinzuschauen und im Zweifelsfall noch mal jemand anderen fragen, der etwas kompetenter in der korrekten Beantwortung von Fragen ist, als der SJR. Damit hatte ich natürlich die Hühner wieder aufgeschreckt und so wie Hühner, die wirr gackernd im Stall kreisen, wenn der Fuchs kommt, gackerten die Hühner in diesem Fall auch äußerst wirres Zeug. In diesem Artikel von den Grünen in Augsburg gackerte man plötzlich von der Nachhaltigkeit, die so ein Festival beinhaltet und welche Maßstäbe es damit setzt. Ein Vorbild für andere Veranstaltungen!

Verena von Mutius hat es sogar geschafft, die Dieselgeneratoren einfach wegzugackern:

Was genau an einem Festival in einem Landschaftsschutzgebiet nachhaltig sein soll, konnte mir bisher noch niemand erklären. Und je mehr ich drüber nachdenke, desto schwachsinniger wirkt es auf mich. Nachhaltig hat sich in den Köpfen der Modular-Besucher nur eingebrannt, dass sie nicht nur keine Konsequenzen befürchten müssen, wenn sie unser aller Lebensgrundlagen (in diesem Fall einen Park) zerstören, sondern dass sie obendrein dafür auch noch von Politikern beklatscht werden und jedwede Unterstützung sowohl von der Politik als auch aus der Verwaltung bekommen. Gegen jede Vernunft!

Das "Müllkonzept"

Aus eigener Erfahrung habe ich gelernt, dass ein paar Sprüche mit Kreide vielleicht ausreichen, um hier und da mal einen davon zu überzeugen, seinen Müll zur Abwechslung in den Mülleimer zu werfen, aber wenn 30.000 teils stark besoffene Festivalgäste auf einem Haufen versammelt sind, dann hilft nur noch Beton. Wie ich das meine? Die Fläche muss unbedingt betoniert sein, weil jeder zweite den Müll, den er gerade produziert, dort fallen lässt, wo er gerade geht und steht. Da hilft kein gutes Zureden, keine zusätzlich aufgestellte Mülleimer und auch keine Lügen in der Zeitung hinterher. Wer einmal Kippen und Kleinmüll in einer derartigen Größenordnung aus einer Wiese gelesen hat, der lernt Beton zu schätzen, denn da muss die Kehrmaschine nur schnell drüber fahren, fertig ist die Arbeit. Natürlich meine ich damit nicht, dass man jetzt wegen dem Festival den Park zubetonieren sollte, sondern dass das Festival endlich auf einen adäquaten, sprich betonierten Platz ausweichen muss. Am Stadtrand gibt es einen Flughafen mit einer riesigen Betonfläche und der Lärm stört da auch keinen.

Wer glaubt, das sei ein Müllkonzept für ein Festival, der glaubt auch an den Weihnachtsmann:

Übrigens befanden sich in der halb vollen Pfandkiste fast nur Flaschen ohne Pfand.

Das ausgeschlagene Angebot

Zunächst hat Franz Schenck, der Vorsitzende des Stadtjugendrings Augsburg, mich um Tipps im Bereich Umweltschutz gebeten, was ich, angesichts der offensichtlichen Überforderung hinsichtlich dieses Themas, bereitwillig annahm und mich als ehrenamtlicher Helfer in diesem Bereich bei dem diesjährigen Festival bewarb. Durch meine langjährige Erfahrung -auch auf Festivals- hätte ich nicht nur dafür sorgen können, dass nach dem Modular keinerlei Müll mehr herumliegt, sondern ich hätte auch durch viele Gespräche einige Menschen für dieses Thema sensibilisieren und manche davon sogar begeistern können. Doch ich bekam nur eine automatisierte Mail und sonst keine Reaktion mehr, was in mir den Verdacht aufkommen ließ, daß dieses Thema beim SJR niemanden interessiert.

Das war die einzige Antwort, die ich auf meine Online-Bewerbung hin bekam:

Der demokratische Jurist

Allein aus der Tatsache heraus, dass sich ein Festival in der Größenordnung eines Modular niemals mit den Belangen des Naturschutzes in einem Landschaftsschutzgebiet vereinbaren lässt, weil es den Schutzgedanken ad absurdum führt, müsste Herr Gribl -er ist der Oberbürgermeister- das Modular verlegen lassen. Genügend Alternativen gibt es, auch wenn viele das Gegenteil behaupten, zuhauf, z.B. das Messegelände, den Flughafen, den Plärrer, das Rosenaustadion, die WWK-Arena und viele andere Örtlichkeiten, doch angeblich fallen bei einem Teil dieser Orte unzumutbare Mehrkosten an. Man ist bei der Erfindung von immer neuen Ausreden äußerst kreativ, wie die Vergangenheit zeigte. Natürlich gibt es auch einige, die am großen Kuchen mitverdienen wollen, die Kongresshallen GmbH, der Betreiber des Biergartens im Park und nicht zuletzt die Gastronomen in der Maxstraße sowie anderen Teilen der Innenstadt, die bei einer Verlegung des Festivals den Profit schwinden sehen. Nicht zuletzt wollen die Veranstalter und alle Mitbeteiligten das Festival dort behalten, weil es sich im Grünen so schön feiern lässt. Aber dafür ein Landschaftsschutzgebiet der Zerstörung preisgeben? Herr Gribl versucht nun, mit einem Format, welches sich "Bürgertalk" nennt, etwas zu bewegen. Wer jedoch die Vorgänge um das Modular und die Standortfrage länger verfolgt hat, kann sich in etwa vorstellen, wie der Bürgertalk ablaufen wird: Zunächst viel Blablabla von den Verantwortlichen, bis fast alle Teilnehmer eingeschlafen sind und falls dann doch jemand ein paar kritische Fragen stellt, werden noch einige Beruhigungspillen verteilt, um das Festival schlussendlich jedes Jahr bis zum Sanktnimmerleinstag im Wittelsbacher Park durchzuziehen. Man hat ja den Bürgertalk veranstaltet. Natürlich kann auch alles ganz anders kommen, aber das wage ich stark zu bezweifeln, denn ich bin der Ansicht, dass die Stadt Aux alles nur Erdenkliche tun wird, um das Festival dort zu behalten.

Kommen Sie bitte trotzdem zahlreich!

04.10., 19 Uhr, Kongress am Park

Demokratie sieht anders aus. Wenn man als Politik und Stadtverwaltung mit der Durchführung des Festivals unbedingt gegen geltendes Recht verstoßen will, dann sollten doch daran bitte alle Bürger Augsburgs demokratisch beteiligt werden. Und das geht eigentlich nur mit der Beteiligung über einen

Bürgerentscheid!!!

Ich würde die Fragestellung in etwa so formulieren:

"Sind Sie dafür, dass der Wittelsbacher Park in ein Naturschutzgebiet umgewandelt wird?"

(Die Formulierung muss aber genau stimmen, denn Herr Gribl kennt sich mit juristischen Kniffen aus und ist auch ganz allgemein davon überzeugt, dass manche Themen zu Komplex für die Bürger sind. Diese Themen nimmt er dann selbst aus und lässt darüber den "unabhängigen" Stadtrat entscheiden)

Nur so kann für die Zukunft gewährleistet werden, dass auch ähnliche Fälle, wo verrückt gewordene Politiker und Verwaltungen aus kommerziellen Interessen heraus Allgemeingut zerstören und unsere Lebensgrundlagen vernichten, nicht mehr auftreten. Außerdem begrenzt es die Möglichkeiten, den Park für andere Nutzungen (z.B. Baugebiete) umzuwidmen. Es ist ja bekannt, dass im Park schon eine Tiefgarage geplant ist. Vielleicht stehen auch andere Teile des Parks schon zur Disposition ...

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns noch eine Nachricht aus dem "Umweltkompetenzzentrum":

Ihre Meinung ist mir wichtig

Nachdem Sie es nun geschafft haben, so viel Text und so viele Bilder von mir verdauen zu müssen, möchte ich Sie nun nach Ihrer Meinung fragen. Was halten Sie davon, das Modular-Festival mit 30.000 Leuten im Augsburger Landschaftsschutzgebiet Wittelsbacher Park stattfinden zu lassen? Gerne können Sie mir Ihre Meinung (auch anonym, falls Sie nicht Ihre Identität preisgeben möchten) über das ---> Kontaktformular zukommen lassen. Vielen Dank, dass Sie Sich Zeit genommen haben.